Samstag, 11. August 2007

How to play the Didgeridoo

Das Didgeridoo oder auch Yidaki ist ein schätzungsweise 6.000 Jahre altes Blasinstrument der australischen Ureinwohner, den Aboriginal people. Genauer gesagt stammt es aus dem nördlichen Teil, dem Arnhamland. Traditionell wird das Didge aus von Termiten ausgehölten Eukalyptusstämen gefertigt. Die Termiten fressen den Kern des Stammes und benutzen den Hohlraum um darin Gäge zu bauen. Die Aboriginals suchen durch Klopfen das richtige Holzrohr. Mit einen dünnen und langen Ast werden dann die überbleibsel der Termiten entfernt. Danach wird es nur noch Zugeschnitten, glatt geschliffen, und evtl. mit einem sehr heißen Stein ausgebrannt und manchmal mit Tier- und Totemsymbolen aus der Traumzeit bemahlt. Im Norden des Konntinents (Arnhamland und Cape York) werden jedoch auch Didges aus dem dort wachsenden Bambus hergestellt. Eine Ausnahme bildet das DIDGERIBONE von Charly McMahon (Fotos). Es ist zwar ein Kunststoffrohr aber trotzdem 'ein echter Australier'.

Im Durchschnitt sind Didges 100-170 cm lang, wobei für Beginner eine Länge von ca. 120 cm zu empfehlen ist. Zu besonderen Zeremonien (Corroborees) werden von den Aboriginals aber auch 200-300 cm lange Rohre benutzt. Diese sind jedoch sehr schwer zu spielen, da die Lippenvibration sehr langsam ist und somit viel beherschung der Lippenmuskulatur erfordert. Der Innenraumdurchmesser liegt zwischen 3 und 10 cm und verläuft meißt konisch. Ursprünglich wird das Didge nur von Mänern gespielt, da es durch sein Aussehen das mänliche Genital verkörpert. Der Raum hingegen (z.B. eine Höle), der den Klang aufnimmt und verstäkt gilt dabei als weiblich. Somit kann das Didgeridoo spielen unter Anderem als Ritual der Fruchtbarkeit interpretiert werden. In einigen Stämmen betreuen Frauen das "Didgeridoo Dreaming" und/oder spielen das Instrument. In unseren Breiten brauchen wir uns darüber glücklicherweise keine Gedanken machen. Für manche Aborigine-Stäme hat das Didge eine sehr heilige Bedeutung und wird nur von einigen auserwälten Personen (den sog. Djungguwan) zu besonders heiligen Zeremonien gespielt, wobei es die Regenbogenschlange (Yurlunggur) personifiziert.


Es gibt heute noch immer eine Vielzahl unterschiedlicher Riten und Gebräche die das Didgeridoo betreffen. Leider ist das Meiste der Geschichte und Kultur unwiederbringlich durch die Vertreibung und "Zivilisierung" der Aboriginals verloren gegangen. Viele dieser Geschichten beschreiben wie das Didgeridoo entstanden ist. Wobei nicht alle Geschichten nett klingen. Hier nun ist meine persöliche Lieblingsgeschichte:


Ein junger Aborigine war gerade auf Walkabout und hatte sich ein Feuer gemacht. Als er ein Stück Holz nachlegen wollte merkte er, dass sich in dem hohlen Ast noch Termiten befanden. Um die Tiere nicht zu töten wollte er sie aus dem Ast pusten. Wieder und wieder pustete er und merkte so, dass bei der richtigen Luftmenge ein brummender, pulsierender Ton entsteht. Das war die Geburtsstunde des Didgeridoos.



Das Mundstück eines Didgeridoos wird meißtens mit Bienenwachs aufmodelliert. Es dient dazu den Rohrdurchmesser zu verkleinern und Lippenverletzungen zu vermeiden. Holz oder Kunststoff wird jedoch auch oft als Mundstück verwendet. Diese haben gegenber Wachs den Vorteil, dass sie sich nicht Verformen. Man sollte jedoch erst ein wenig Erfahrungen mit Wachsmundstcken gesammelt haben, bevor man sich an die Fertigung von Holzmudstcken macht. Der Durchmesser der Öffnung liegt bei ca. 3-5 cm, je nach Mundgrüße des Spielers.





SO!! Nun ma los ;-) .........................

Die Spieltechnik

Didgeridoo spielen ist eigentlich ziemlich einfach. Meine Tochter Vivian konnte es schon mit 6 Monaten :-)
Für die ersten "Gehversuche" eignet sich eigentlich alles was rund, 110-150 cm lang und innen hohl ist. Zum Beispiel ein Staubsauger-Rohr, das so genannte "Hooveridoo". Mein erstes Didge war ein HT-Rohr für ein paar Mark aus dem Baumarkt. Eigentlich ist das Aussehen eines Didges auch weniger wichtig als der Sound. Der sollte leicht zu erzeugen sein und sauber zu hören sein, also gleichmäßig schwingen und Klingen.

Wenn du beim Kauf eines Didges Probleme haben solltest, kannst du dich gern" an mich wenden". Ich stehe mit Rat und Tat zur Verfügung und kenne ein paar sehr gute Didgehändler in und um Hamburg die immer eine größere Auswahl an 'Tröten' haben.


Haltung

Es gibt zwei arten, das Instrument zu halten:

1. Frontal:
Du setzt das Didge gerade am Mund an. Der Vibrationsbereich liegt zentral auf den Lippen. Viele Spieler sagen das man so mehr Betonung auf die einzelnen Sounds bringen kann.

2. Seitlich:
Du setzt das Didge am Mundwinkel an so dass ein Rand der Mundstücköffnung etwa am Mundwinkel liegt und der andere Rand an der Mundmitte. Überprüfe vorher, ob du auf der Linken oder der Rechten Mundseite besser den Grundton spielen kannst. Der Vibrationsbereich liegt auf einer Hälfte der Lippen.

Ich bevorzuge die 2. Variante, da ich so die gesamte Bandbreite der Obertöne besser spielen kann. Fälschlicherweise wird oft angenommen, das die Aboriginal People nur nach der ersten Variante, also dem Mittelansatz, Spielen und die 2. Falsch sei. Vielmehr ist es so, dass jeder Spieler seinen eigenen Stil finden muss. Wir Europäer haben eine ganz andere Mundanatomie als die traditionellen Didgeridoo Spieler. Das erschwert die Sache für uns ein bisschen.

Der Grundton in 2 Schritten

Der Grundton wird mit locker vibrierenden Lippen erzeugt. ᅵnlich wie Babies beim 'Brabbeln' oder kleine Kinder Autos imitieren. Du solltest am Anfang nicht zu lange spielen, da die Lippen sonst taub werden und das ist wirklich ein sehr merkwürdiges Gefühl. Der Ton muss gleichmäßig schwingen und im Instrument und im eigenen Körper zu spüren sein. Dazu ist es wichtig, gleichmäßig aus zu atmen und den richtigen Punkt der Vibration zu finden.

Step 1
Entspanne deine Lippen vollständig und setze sie dann so an das Mundstück, dass keine Luft an den Seiten vorbei kann (mache einen leichten Schmollmund)


Step 2
Bringe deine Lippen nun zum vibrieren indem du relativ kräftig ausatmest. Wenn du es ohne Didge richtig machst, klingt es fast wie ein schnaubendes Pferd.


TIP:
Wenn es nicht funktioniert, atme erst langsam und steigere dich vorsichtig, bis du den Grundton hast.



Doch bevor du richtig anfängst solltest du deine Mundmuskulatur ein Wenig trainieren, damit du keine Krämpfe oder Muskelkater bekommst. Schneide einfach ein paar Grimassen, bei denen du bis an die Grenze der Dehnbarkeit gehst. Halte jede Fratze für einige Sekunden.


ACHTUNG:
Dieses Training solltest du NUR durchführen, wenn du 100%ig alleine bist. Du könntest für verrückt erklärt werden. ;-)


Bekommst du der Grundton nicht hin? Dann versuche mal den Mund beim Aufsetzen aufs Mundstück leicht geöffnet zu halten (ein paar Millimeter).

Obertöne

Wenn du es dann geschafft hast den Grundton zu spielen solltest du mal versuchen durch Veränderung des Resonanzraums, also der Mundhöhle und der Zungenstellung einige Obertöne zu erzeugen. Der Bewegungsablauf der Zunge ist in etwa der Selbe wie beim Pfeifen. Der Oberton zählt zu den Schwierigsten Sounds auf dem Didge. Ich hatte jedoch auch schon Leute in meinem Workshop, die Obertöne bereits beherrschten. Du kannst auch mal versuchen beim Spielen einige Worte oder Vokale in das Didge zu sprechen oder zu schreien. Hierbei solltest du mit der sogenannten Kehlkopfstimme sprechen, also die Worte weiter hinten im Hals artikulieren. Die Aboriginal People spielen auf dem Didge Tiergeräusche wie z.B. den Cocaburra ( Australischer 'Lachvogel' klingt wie: Ku ku ku ku ka ka ka ka ) oder den Dingo ( Hundegebell ). Es ist auch möglich die Wangen mit Luft zu füllen und diese dann ruckartig durch das Didge heraus zu pressen (WOK). Dieser Sound wird in der Wiederholung (WOKWOKWOKWOK) Wobler genannt. Ebenso kann man das Zwerchfell benutzen um Rhythmen weiter zu betonen. Dazu gibt man beim Grundton Spielen kurze Luftströme in den Rhythmus.

Oberton Rhythmik
Früher oder Später wird das "Rumtröten" auf dem Didge Langweilig, also sollte man anfangen Sich auf Rhythmen zu Konzentrieren. Nach gewisser Zeit kommt der Takt aus dem Herzen. Man Denkt gar nicht mehr nach was man da spielt - es fließt einfach. Das begründet sich hauptsächlich darin, daß das Didgeridoo hauptsächlich ein Perkussiv-Instrument ist und eher darauf improvisiert wird als feste Melodien zu spielen. Dafür müssen aber erst mal die Sounds sitzen. Für der Anfang ist es wohl am einfachsten sich ein Wort oder einige Silben zu nehmen und diese als Rhythmus zu Spielen (z.B. 'DID-GER-I-DOO').

Zirkular Atmung

Um den Grundton für einige Minuten halten zu können bedarf es einer speziellen Atemtechnik, dem Circular Breathing (Zirkular Atmung). Während du den Grundton spielst musst du deine Wangen mit Luft füllen. Dann schließt du den Hals, indem du mit der Zungenwurzel an den Rachen stößt (Wie bei dem Laut "G"). Jetzt musst du die Luft aus den Wangen Pressen und gleichzeitig durch die Nase einatmen. Ich habe noch eine kleine Übung:

Du brauchst nur bei geöffnetem Mund durch die Nase ein zu atmen und die Luft im Mund mit Wangen und Zunge 'heraus zu pressen'. Dabei solltest du bemerken, dass die Zungenwurzel beim einatmen automatisch gegen den Rachen stößt und somit die Atemwege für die Nase frei hält. Beim Spielen ist es wichtig den Druckunterschied zwischen Rachen und Mundhöhle auszugleichen, damit im Rhythmus keine Pause zu hören ist und mit ein wenig Übung wird es dann möglich die Atmung in den Rhythmus einzubauen.